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Von der Gründung bis heute

 

Am 18. Mai 1995 fand die Gründerversammlung für den Anna Hospizverein im Landkreis Mühldorf e.V. statt. Die Hospizarbeit startete mit 42 Mitgliedern vom ersten Tag an. Der Verein fand bald Anerkennung bei der Bevölkerung und machte schnell strukturelle und organisatorische Fortschritte. Entsprechend dem Satzungsauftrag gründete der Anna Hospizverein im Jahr 2003 einen ambulanten Palliativdienst mit vorerst einer Palliativ-Pflegekraft und zwei Ärzten mit palliativer Erfahrung. Ziel blieb der Ausbau dieses Dienstes und die Zusammenarbeit mit einer noch zu errichtenden Palliativeinheit in der Klinik Mühldorf. Ein einziges Palliativteam aus Ärzten und Pflegekräften sollte sowohl stationär in den Kliniken des Landkreises, als auch ambulant in Wohnungen und Pflegeheimen betreuen. Dabei sollte die ambulante Versorgung der Schwerstkranken bis zum Lebensende im Vordergrund stehen.

2005 schloss der Verein mit dem Klinikum Mühldorf einen Kooperationsvertrag und konnte auch eine Palliativeinheit mit zwei Einzelzimmern und einem „Wohnzimmer“ eröffnen. 2006 initiierte der Anna Hospizverein das „Palliativprojekt“ zur ambulanten Versorgung schwerstkranker Patienten im Landkreis. Nachdem 2007 der Anspruch auf eine „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) gesetzlich geregelt worden war, gründete der Verein die Anna Hospiz GmbH zur Umsetzung dieser Leistung. Der Verein musste eine erhebliche finanzielle Vorleistung erbringen, bis 2011 endlich der Vertrag mit den Krankenkassen abgeschlossen werden konnte. Aus der Anna Hospiz GmbH ist mittlerweile die „SAPV am Inn“ mit Erweiterung des Versorgungsgebiets auf die Landkreise Altötting und Rottal-Inn geworden.

Der Anna Hospizverein steht den Menschen auch nach dem Tod ihres Angehörigen bei. Bereits kurz nach der Gründung ließen sich Hospizbegleiter zu Trauerbegleitern ausbilden. Schon 1999 gründete der Verein die ersten Trauergruppen und bot auch Einzelbegleitungen an. 2003 folgten Trauergruppen für Kinder und 2004 richtete die Organisation eine Teestube für Trauernde ein. Die Hospizidee setzt auch die Anerkennung des Patientenwillens voraus. So war es wichtig, die Vorsorge für das Lebensende zu fördern. Seit 2004 informieren Beraterinnen und Berater monatlich in sechs verschiedenen Orten des Landkreises Mühldorfs über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Das Projekt „Zeitintensive Betreuung ZiB“ wurde 2015 ins Leben gerufen. Hintergrund, immer mehr Menschen verbringen die letzte Phase ihres Lebens im Pflegeheim. Am Lebensende entsteht oft erhöhter Betreuungsbedarf. Der Stellenschlüssel in stationären Pflegeeinrichtungen kann diesen Bedarf jedoch oft nicht abdecken. Mit diesem Projekt konnte der Anna Hospizverein in den Jahren 2015/2016 zeigen, dass sich die Betreuung von Menschen am Lebensende durch Bereitstellung eines flexiblen Zeitkontingentes deutlich verbessern lässt. Dieses Modellprojekt wurde mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet.

Seit 12. Mai 2018 betreibt der Anna Hospizverein teils spendenfinanziert in Kooperation mit dem Adalbert Stifter Seniorenwohnen in Waldkraiburg die „HospizInsel“ als ambulant konzipierte Wohngemeinschaft, in der Menschen an ihrem Lebensende versorgt werden können.

Das gute Ansehen der Hospiz- und Palliativarbeit in der Öffentlichkeit führte zu einem starken Mitgliederzuwachs. Der Verein hat nach Stand 2020 inzwischen 2500 Mitglieder.

Der Anna Hospizverein im Landkreis Mühldorf e.V. beschäftigt aktuell einschließlich SAPV für die Landkreise Mühldorf, Altötting und Rottal-Inn 70 Mitarbeiter.